Prolog der Namen
Namen sind wie Schall und Rauch. Sie sind wie der Nordwind, der den Sand über den Äquator schiebt – oder die Brandung, die die Wellen an den Klippen zerbrechen lässt. Die einen kommen – die anderen gehen und treiben auf dem Boot des Vergessens der Abendsonne entgegen.
Namen graben sich ins Gedächtnis ein, begleiten dich ein Leben lang oder versinken in den eingebrochenen Höhlen des Unterbewussten. Ob Freund, Verwandter, Bekannter oder auch nur Momentbegleiter des Augenblickes – der Mensch sucht das Glück, so wie die verlassene Kreatur das Haus umschleicht, um am Ende in sich selbst zu finden, was den Sinn des all umspannenden Lebens ausmacht.
Der eine ist es Wert, in Erinnerung behalten zu werden und vergilbt im Bücherschrank der entrückten Zeitreise – der andere schiebt seine zahnlose Fratze auch nach Jahren noch in die limbische Déjà-Vu- Selbstgefälligkeit und quält dich mit seiner unausstehlichen Ignoranz.
Namen gewinnen an Bedeutung, so wie andere nicht einmal mehr den Bodensatz der Menschheit wert sind. Das erschlagene Tier erstickt noch an seiner verrosteten Kette um den Hals, so wie der Mensch das Elend zu erkennen glaubt, um sich am Ende entscheiden zu müssen. Die Tat wird zum Namen – der Drang nach Freiheit zur Pflicht.
... Und der da gekommen war, um nur zu sehen, musste dann doch erkennen, dass Despotie und Befreiung keine Brüder sind und griff zum Gewehr, nachdem die andere Wange vom ewigen Schlag noch schmerzte und das Gehirn all den kryptischen Namensmüll endlich von sich schütteln konnte. Es werden die anderen Namen sein - die Namen der Aufrechten und Gerechten - im letzten Ringen um des Menschen und des Tieres Glück auf Erden.
... Und der da noch kommen sollte, um zu begreifen, ruft nach den Namen dieser Aufrechten, und gemeinsam verjagen sie all die Kindesmörder, Frauenschänder und Lumpen aus dem heiligen Land Ur und Uruk in Mesopotamien. Utnapischtim steigt den vergessenen Berg herab und kehrt mit seiner Arche aus Dilmun zurück. Ihre Stimmen sollten noch bis Palästina anbranden und dem Olivenbaum das Wasser im Namen des Bruders in Sibirien und des Freundes am Orinoco schenken.